Was man über mein Album wissen muss.

Pressefoto Olli Schulz 2012_2

Da stolpert man von einem Abenteuer zum nächsten, versucht ein guter Mensch zu sein, zeigt seine Wunden, solidarisiert sich mit der Ahnungslosigkeit, verbarrikadiert sich gegen das Erwachsenwerden und stellt irgendwann erschrocken fest, dass man im Speisesaal des Lebens doch nur ein Omelett bekommt. Wie soll man das verstehen?

Das Beste ist, darüber zu schreiben oder zu singen. Das mach ich. Also beides.

Aufgenommen wurde SOS – Save Olli Schulz von Moses Schneider in einer winzig kleinen Kabine im Transporterraum-Studio, Berlin. Mit nur einem Mikro im Raum sang und spielte ich in Begleitung von Ben Lauber am Schlagzeug, mehrere Stunden Musik live ein. Wir waren nie zu gut vorbereitet, improvisierten viel herum, machten auch mal Quatsch und waren stets auf der Suche nach einem besonderen Klang. Wir wollten das Gefühl der Gelassenheit und Spontanität meiner Live Shows einfangen und in die Aufnahmesituation transportieren. Manchmal waren wir selbst überrascht, welche Größe die Songs trotz der ungewöhnlichen Produktion erreichten.

Die 42 Minuten meiner neuen Platte sind ein Geschenk an die Menschheit. Eine Begegnung mit Freunden, Feinden und flüchtigen Bekannten auf einem unergründetem Boden. Lieder über die ewige Suche nach Liebe („Irgendwas fehlt“, „Wenn es gut ist“) begrüßen den Zuhörer genauso wie die Erkenntnis der Vergänglichkeit („Old Dirty Man“, „Ich dachte, Du bist es“) oder die Motivation der Orientierungslosen („Ich kenn da Ein“, „Spielerfrau“).

Neben den 14 neuen Titeln gibt es auch viele kleine Zwischenspiele zu entdecken. Ich selbst war manchmal überwältigt und dann auch wieder verunsichert von unserer Vorgehensweise, denn so etwas wie einen doppelten Boden gab es nicht. Wir hätten keine einzelne Spur noch einmal verwerten können oder einfach den Gesang austauschen, denn es gab immer nur diesen einzigen Take, auf dem alles drauf war. Moses Schneider bewies aber wieder mal, dass er ein perfektes Händchen dafür hat, ein eigenes Klangbild entstehen zu lassen.

Damit die Platte nicht nur aus Schlagzeug & Gitarre besteht, lud ich mir Freunde wie Marten Ebsen, Walter Schreifels, Gisbert zu Knyphausen, Winson oder Arne Augustin ins Studio ein, die meine Songs mal mit einem Chor, einer Gitarre oder einem Klavier veredelten.

Auch auf der kommenden Tour wird es keine handelsüblichen Konzerte geben, sondern One Man Shows, in deren Fokus die neue Platte und die Geschichten dazu stehen. Das Ganze garniere ich mit Einspielern von der Leinwand und jeder Menge unglaublicher Überraschungen. Olli Schulz – das Ü-Ei unter den Entertainern.

Ein Französisches Sprichwort sagt: „Im Haus des Glücks ist der Warteraum das größte Zimmer“. Nun, ich würde mich freuen, wenn meine Songs die Hintergrundmusik in diesem Raum wären.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Olli Schulz

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